Unterstützung der Unabhängigkeit Kurdistans

 

Unterstützung der Unabhängigkeit Kurdistans

Unterstützung der Unabhängigkeit Kurdistans

Berlin, den 13.06.2015

Das 40-Millionen-Volk der Kurd_innen lebt in vier Ländern verteilt. Sie waren seit jeher und sind noch immer staatlichen Repressionen und gesellschaftlicher Ausgrenzung ausgesetzt. Der Bürgerkrieg im Nahen Osten zeigt: Dieses Volk kann man nicht länger übergehen, es braucht einen eigenen Staat.

Zerfall von Staaten

Bürgerkrieg, religiöse und politische Verfolgung, Völkermord – der Irak und Syrien brechen in sich zusammen. Der Grund: Bei der Grenzziehung nach dem ersten Weltkrieg ließ man die verschiedenen Bevölkerungsgruppen und Religionsgruppen völlig außer Acht; die Folge waren seither Verfolgung und Unterdrückung durch diktatorische Regime. Die heutigen Verbrechen des IS haben damals die Regierungen des Iraks, Syriens, der Türkei und des Irans übernommen, setzen sie teilweise fort und lassen sie weiterhin geschehen.

Demokratie und Stabilität in der Region

Die Autonome Region Kurdistan im Irak bietet mitten im tobenden Bürgerkrieg eine weitgehend sichere Festung; Flüchtlinge jeglicher ethnischer und konfessioneller Herkunft finden ihr Zuflucht und Schutz. Die kurdische Regionalregierung in Hewlêr war bereits vor dem Bürgerkrieg danach bestrebt, Minderheitenrechte zu schützen. Unterricht in der jeweiligen Muttersprache und freie Religionsausübung sind in Kurdistan kein Problem. Auch in den jüngst errichteten kurdischen Selbstverwaltungen in Syrien sind die Kurd_innen bemüht, Minderheitenrechte zu gewährleisten. In beiden Regionen stehen Frauen an Seite der Männer an der Front und bekämpfen den barbarischen IS oder sitzen selbstbewusst im Regionalparlament Kurdistans.
Noch ist dieses Parlament nicht unabhängig, doch die Situation im Irak und in Syrien machen deutlich, dass ein kurdischer Staat unabdingbar für die Stabilisierung der Region ist.

Nicht nur im Irak und in Syrien sind es die Kurd_innen, die sich am stärksten und effektivsten für Demokratie einsetzen. Auch im Iran und in der Türkei setzen sich Kurd_innen verstärkt und effektiv für Minderheiten- und Frauenrechte ein. In der Türkei waren es überwiegend kurdische Abgeordnete, die es geschafft haben, die Absolute Mehrheit der AKP und damit die befürchtete Machterweiterung des Staatspräsidenten Erdogan zu verhindern.

Die Weltgemeinschaft muss diese enormen Fortschritte und EU-orientierten Demokratisierungsbestrebungen der Kurd_innen anerkennen und in Form eines kurdischen Staates unterstützen.

Ein kurdischer Staat

Unterdrückung, Verfolgung, unzählige Genozide – die Geschichte der Kurd_innen durchzieht sich mit Leid. Es ist Zeit, diesen Menschen ihr Recht auf Selbstbestimmung zu geben. Ihr Recht auf einen eigenen Staat. Ein Staat, der sich endlich den Problemen der in allen Belangen vernachlässigten Kurd_innen annehmen kann. Ein Staat, der Bildung, selbstständige Wirtschaft und ein funktionierendes Gesundheitssystem in die bewusst vernachlässigte Region bringen kann. Ein Staat, der westlich orientiert, demokratisch aufgebaut ist und die Rechte von Minderheiten schützt, welche in den bisherigen Staaten Verfolgung ausgesetzt waren. Die Zweifel an der Gleichberechtigung sind unberechtigt: Die kurdische Regierung hat bewiesen, dass sie die Rechte der Minderheiten besser schützt als jede Regierung zuvor; die bisherigen Staaten in der Region haben staatlich und vor allem menschlich versagt. Ein kurdischer Staat ist DIE Chance auf mehr Demokratie im Nahen Osten.

Deshalb unterstützen wir heute durch eine Kundgebung den Wunsch nach einem unabhängigen Kurdistan. Wir hoffen und erwarten, dass sich auch die Bundesregierung für die Unabhängigkeit Kurdistans ausspricht und sich bei den Vereinten Nationen für die Gründung eines kurdischen Staates einsetzt.

KOMCIWAN – Kurdischer Kinder- und Jugendverband e.V.