PE-Weltkindertag

 

DAS FUNDAMENT UNSERER GESELLSCHAFT

Kinder – Wir bezeichnen sie gerne als unsere Zukunft, unsere Hoffnung oder sehen sie als unbeschriebene Blätter. Sie sind besonders schützens- sowie liebenswert. Sicherlich werdet ihr dem zustimmen, weil es so selbstverständlich klingt. Die Realität beweist uns jeden Tag aufs Neue das Gegenteil. Machen wir einen Ausflug, um die Gewalt und die herrschende Ungerechtigkeit gegen und an Kindern aufzudecken.

Wir befinden uns in Südostasien. Ob Thailand, Bangladesch oder Vietnam: Überall sehen wir internationale Firmen, die auch bei uns bekannt sind. Wir sehen Kinder, die eigentlich in der Schule sein sollten, dort arbeiten. Wir sehen Kinder, die auf der Straße Schuhe putzen, wir sehen sie auf Müllheiden herumwühlen, um zu überleben.

Wir gehen weiter nach Afrika. Neben vielen unterernährten und schwerkranken Kindern bedingt durch systematische Ausbeutung und Konflikten, treffen wir auf Kinder, die in Minen arbeiten und auf Minen treten. Kinder, die mit Gewehren patrouillieren, um als Soldaten ausgenutzt zu werden. Kinder, die zwangsverheiratet, genitalverstümmelt und als Sexsklaven verkauft werden.

In Südamerika eingetroffen kommen uns Kinder mit schweren Körben auf dem Rücken entgegen. „Wo kommt ihr her?“ fragen wir. „Von den Bergen, wo wir Schwefel abbauen.“ Die giftigen Gase, die sie einatmen, und die körperliche Belastung senken ihre Lebenserwartung sehr. Wir gehen weiter. In der Ferne hören wir Schüsse. Ein kleiner Junge aus einer Favela in Rio de Janeiro, der gerade dabei ist Drogen zu verkaufen, erzählt uns, dass rivalisierende Banden sich hier mit der Polizei bekriegen – mittendrin spielende Kinder. Armut und Perspektivlosigkeit prägen das Bild mit.

Wir führen unsere dunkle Reise fort und erreichen den Nahen Osten. Zerstörte Landschaften und Häuser, menschliche Bestien schießen auf Menschen. Menschenmassen sind gezwungen ihre Heimat zu verlassen, mit der Hoffnung auf ein besseres Leben. Unter ihnen auch viele Kinder, die schutzlos die Strapazen der Flucht ertragen müssen. Erleben, wie sie und andere von Grenzbeamten schikaniert, geschlagen und durch Zäune und Wasserwerfer an der Weiterreise gehindert werden. Missbrauch an ihnen und ihren Müttern ist allgegenwärtig. Zurück in der Türkei erfahren wir, dass kurdische Kinder inhaftiert werden. Ja, richtig gelesen, Kinder in Gefängnissen, weil sie Steine auf Wasserwerfer warfen.

Wieder im Herzen Europas, in Deutschland, angekommen, lesen wir in den Nachrichten: „Jedes 5. Kind in Deutschland ist von Armut bedroht.“ Kein Wunder, wenn durch systematische Verarmung der Bevölkerung mit Mitteln wie Leiharbeit und Hartz IV die Grundlage eines humanen Lebens von Familien zerstört und damit auch die Bildungschance dieser Kinder zunichte gemacht wird.

ES REICHT! Wir wollen diese grauenvolle Reise durch die Welt hier beenden. Wir wollen wieder überall glückliche Kinder sehen, nicht nur in wohlhabenden Ländern.

Wir vom Kurdischen Kinder- und Jugendverband KOMCIWAN fordern unter anderem die Vereinten Nationen dazu auf, ihre Kapazitäten für das Wohl und die Rechte der Kinder zu erhöhen: Personell, finanziell und in Resolutionen verankert. Wir erwarten von den jeweiligen Regierungen ihre Bemühungen zu erhöhen und Kinderarmut durch Sozialpolitik kontinuierlich abzubauen, Bildungszugänge und Programme für Kinder aus allen Schichten zu ermöglichen und auszubauen, Gewalt an Kindern intensiver nachzugehen und die Täter_innen gerecht sowie angemessen zu sanktionieren.

Außerdem ist es wichtig, Organisationen und Verbände im Kinder- und Jugendbereich staatlich stärker zu fördern und Berufe im Umgang mit Kindern höher zu vergüten.

In diesem Sinne verurteilen wir die weltweite Unterdrückung von Kindern und gedenken ihnen am Weltkindertag.

BIJÎ SERKEFTINÊ ZAROKÊN Û XORTÊN!

KOMCIWAN – Kurdischer Kinder- und Jugendverband e.V.