EUROPAWAHLEN

AUFRUF AN DIE JUGEND – WÄHLT EUER EUROPA ! 

Vom 22. – 25. Mai 2014 ist es wieder so weit: Es finden in den 28 Mitgliedstaaten die Wahlen des Europäischen Parlamentes statt. In einigen Kommunen Deutschlands werden diese sogar mit den Kommunalwahlen zusammengelegt. Auch in diesem Jahr setzen uns dafür ein, dass Jugendliche wählen gehen. Durch das Wählen erhalten Jugendliche die Chance zur politischen Teilhabe und Partizipation: Sie entscheiden mit, welche Abgeordneten in das Europaparlament einziehen dürfen und formen so Europas Politik und Zukunft mit. Somit verschaffen sich Jugendliche dadurch ihrer Stimme Gehör und ermöglichen es, dass ihre Vorstellungen, Wünsche und Ideen berücksichtigt und umgesetzt werden.

Vor allem aufgrund der Situation von Jugendlichen in Europa wird deutlich, warum letzterer Punkt sehr wichtig ist: Zahlreiche Jugendliche haben große Schwierigkeiten, in die Berufswelt einzusteigen. Besonders betroffen sind Jugendliche mit Migrationshintergrund. Die Jugendarbeitslosigkeit ist in den letzten Jahren beängstigend angestiegen, vor allem im Süden Europas. Daher sind viele Jugendliche, auch jene mit akademischem Abschluss, von Perspektivlosigkeit betroffen. Daher fordern wir die Abgeordneten Europas dazu auf, diesem Problem entgegenzuwirken und Jugendliche besser in die Arbeitswelt zu integrieren. Wir fordern ein jugendgerechtes Europa und Chancengleichheit für Jugendliche, vor allem für jene mit Migrationshintergrund!

Auch die Flüchtlingspolitik ist stark verbesserungswürdig: Weltweit sind ca. 45 Millionen Menschen davon betroffen, sehr viele davon leben nahe der Grenze der EU-Staaten, im Nahen Osten. Diese Menschen haben häufig aufgrund von Krieg und Zerstörung viele Familienangehörige und ihre Häuser verloren. In ihrer Heimat ist es nicht mehr möglich, auf humane Art und Weise zu leben. Vor allem deshalb muss die EU als unmittelbar angrenzender Staatenverbund mehr Verantwortung übernehmen und Bereitschaft zur Flüchtlingsaufnahme zeigen. Die regressive Politik und geringe Aufnahme von Flüchtlingen durch die EU sowie den Mitgliedstaaten ist eine Tatsache, der wir mit Kritik und Unverständnis begegnen. Flüchtlinge werden als Menschen zweiter Klasse abgestempelt. Dies merkt man vor allem an der Institution FRONTEX sowie deren systematische Abwehrpolitik von Flüchtlingen. Sie wird von der EU dazu benutzt, um zu verhindern, dass Flüchtlinge nach Europa fliehen und Asylanträge stellen. Dabei kommt es zu zahlreichen Menschenrechtsverletzungen. Daher fordern wir die Abschaffung von FRONTEX und fordern die EU dazu auf, mehr Verantwortung bezüglich der Flüchtlingspolitik aufzunehmen.

Obwohl die EU durch die Schengen-Grenze und den freien Handel tolerant und weltoffen scheint, ist unterschwelliger Rassismus gegen Menschen mit Migrationshintergrund, vor allem aus Ländern mit vielen Flüchtlingen, immer noch allgegenwärtig. Das Forschungsprojekt ,,Implicit Association“ Test kam zu dem Ergebnis, dass EU-Bürger immer noch von unterschwelligem Rassismus und Vorurteilen geprägt sind. Davon sind vor allem auch die Kurd_innen betroffen. Die Diskriminierung von Kurd_innen ist auch in Europa weiterhin stark vertreten. Sie werden nicht als eigene Volksgruppe wahrgenommen.

Deshalb appellieren wir an die EU, diese Vorurteile gezielt zu beseitigen und Kurd_innen als eigene Ethnie zu erkennen.

Aus all diesen Gründen fordern wir als Kurdischer Kinder- und Jugendverband KOMCIWAN e.V. alle Jugendlichen dazu auf, am 25. Mai ihre Stimme gegen Diskriminierung anderer Ethnien, gegen eine inhumane Flüchtlingspolitik und für Chancengleichheit und ein jugendgerechtes Europa zu erheben und wählen zu gehen.

Ronas Karakas, 20. Mai 2014