ERSTER MAI 2015

HERAUS ZUM 1. MAI !

Der Kurdische Kinder- und Jugendverband ruft alle Jugendlichen dazu auf, am 1. Mai für Chancengleichheit, angemessene Arbeitsverhältnisse und Frieden auf die Straße zu gehen.
Der 1. Mai ist international bekannt als Tag der Arbeit und stammt in seiner Tradition aus dem Jahre 1856, als Arbeiter_innen in Australien mit einer Massendemonstration versuchten, den Acht-Stunden-Tag durchzusetzen. Ein historischer Moment, da es zum ersten Mal in dieser Form zu Zusammenschlüssen von Arbeiter_innen kam, welche für ihre Rechte und Forderungen demonstrierten. Auf dem Gründungskongress der Zweiten Internationale am 14. Mai 1889 wurde der 1.Mai als ,,Kampftag der Arbeiterbewegung“ proklamiert und wird seitdem mit Massendemonstrationen weltweit zelebriert. Auch heute wird dieser Tag mit dem Widerstand der Arbeiterbewegung für eine friedliche und gerechte Welt assoziiert. Vor allem der drastische Zuwachs an Gewalt und Konflikten im letzten Jahr ist eine Gefahr, der wir mit Sorge entgegentreten.

Im Osten der Ukraine kommt es immer mehr zu Ausschreitungen, welche in bewaffneten Auseinandersetzungen enden. Der Ton im Umgang zwischen Russland auf der einen, und Europa und den USA auf der anderen Seite, wird immer schärfer.

Auch in Kurdistan ist die Lage, vor allem im Westen, sehr heikel: Durch den mittlerweile seit drei Jahren andauernden Bürgerkrieg wurden zahlreiche Kurd_innen zu Flüchtlingen, da sie ihr Heim verloren haben. Etliche Familien wurden durch Todesfälle auseinandergerissen. Die Menschen in diesen Gegenden sind stark von Hoffnungslosigkeit ergriffen, auch wegen der zu geringen Bereitschaft Deutschlands und der anderen EU-Staaten zur Flüchtlingsaufnahme.
Auch in den anderen Teilen Kurdistans nimmt die Diskriminierung gegen Kurd_innen nicht ab. Nicht nur werden kurdische Gebiete von den jeweiligen Unterdrückerstaaten bewusst vernachlässigt, auch eine Politik der Assimilation und Dekadenz der kurdischen Bevölkerung wird bewusst unterstützt und betrieben. Noch immer werden viele Kinder und Jugendliche von der jeweiligen staatlichen Justiz der Freiheit beraubt und in Gefängnissen häufig von Polizisten misshandelt.

In Deutschland wiederum ist die junge Generation besonders von Arbeitslosigkeit und Ausbeutung bedroht. Vor allem Jugendliche mit Migrationshintergrund sind von der wachsenden Perspektivlosigkeit betroffen. Aus der weiter andauernden Finanzkrise resultieren unterbezahlte, kurze Arbeitsverhältnisse in Form von Zeit- und Leiharbeit. Dadurch kommt es dazu, dass die Chancengleichheit in Deutschland eingeschränkt wird und viele Jugendliche, besonders welche mit Migrationshintergrund, ihr Potenzial nicht einmal in den Ansätzen ausschöpfen können.

Daher rufen wir als kurdischer Kinder- und Jugendverband KOMCIWAN alle Jugendlichen dazu auf, am 1. Mai für Chancengleichheit, angemessene Arbeitsverhältnisse und Frieden auf die Straße zu gehen.

Es lebe der 1.Mai!
Bijî Yek Gulan!