Bericht zur Kundgebung am 13.6.2015 in Berlin

 

Bericht zur Kundgebung für die Unabhängigkeit Kurdistans am 13.06.2015 in Berlin

Kundgebung für die Unabhängigkeit Kurdistans

Gemeinsam aufstehen und zeigen: 40 Millionen Kurd_innen haben auch das Recht auf Selbstbestimmung in einem eigenen Staat! Dafür hielten wir gestern eine Kundgebung ab, an der trotz des Wetters mehrere hundert Personen teilgenommen haben.

Ziel war es, die Öffentlichkeit und vor allem die Bundesregierung auf den Wunsch vieler Kurd_innen aufmerksam zu machen, den Wunsch eines unabhängigen Kurdistans. Hierfür war eine an die Bundesregierung adressierte Stellungnahme verfasst worden, die von mehreren kurdischen Organisationen unterzeichnet worden ist, und auf der Kundgebung öffentlich verlesen wurde.

Hunderte von kurdischen Nationalfahnen, ohne eine einzige Parteifahne oder einen Organisationsbanner, flatterten gestern durch Berlin vom Auswärtigen Amt zum Brandenburger Tor, unter Rufen wie „Unabhängigkeit – jetzt sofort!“ oder „Ein Staat – Ein Staat – Ein Staat für Kurdistan!“.
Der Wagen, der den Demonstrationszug anführte, spielte Lieder wie „Ey reqîb“ oder „Wa hatin Pêṣmergên me“. Auf dem Weg verteilten wir an interessierte Zuschauer_innen Pressemitteilungen zur Unabhängigkeit Kurdistans und den Teilnehmer_innen Anstecker mit der Aufschrift „SERXWEBÛN“ („UNABHÄNGIGKEIT“).

Das Programm am Brandenburger Tor begann mit einer Schweigeminute für die Gefallenen Kurdistans, gefolgt von Rufen aus der Menge: „Ṣehîd namirin!“ (Märtyrer sterben nicht!“), woraufhin die kurdische Nationalhymne „Ey reqîb“ angestimmt wurde.
Es folgte ein Gedicht über alle Teile Kurdistans auf Deutsch und Kurdisch. Die gesamte Moderation und das Programm vollzog sich auf diesen Sprachen; die Reden wurden gehalten vom kurdischen Kinder- und Jugendverband KOMCIWAN e.V. auf Deutsch, vom Verband der Frauen aus Kurdistan KOMJIN e.V. auf Kurmancî, vom Verband der Vereine aus Kurdistan in Deutschland KOMKAR e.V. auf Dimilî/Zazakî und von der Kurdischen Jugend in Deutschland e.V. auf Soranî.
Künstlerische Unterhaltung gab es von Saam Moosa, der freundlicherweise nach Berlin angereist ist, um auf der Bühne für die Unabhängigkeit zu singen.
Abgerundet und beendet wurde die Veranstaltung mit „Govend for Independence“ (Volkstanz), bei dem die Menge begeistert zu Dahol û Zirne gemeinsam für die Unabhängigkeit tanzte.

Es war ein großer Erfolg und ein wichtiges Statement; ein Statement an Deutschland, aber auch ein Statement an Kurdistan, durch das wir klarmachten, dass wir hier lebende Deutsch-Kurd_innen, das Bestreben eines unabhängigen Kurdistans nicht aufgegeben haben und nicht zulassen werden, dass der Gedanke eines kurdischen Staates in die Ferne rückt.

KOMCIWAN – Kurdischer Kinder- und Jugendverband e.V.