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ERSTER MAI 2015

HERAUS ZUM 1. MAI !

Der Kurdische Kinder- und Jugendverband ruft alle Jugendlichen dazu auf, am 1. Mai für Chancengleichheit, angemessene Arbeitsverhältnisse und Frieden auf die Straße zu gehen.
Der 1. Mai ist international bekannt als Tag der Arbeit und stammt in seiner Tradition aus dem Jahre 1856, als Arbeiter_innen in Australien mit einer Massendemonstration versuchten, den Acht-Stunden-Tag durchzusetzen. Ein historischer Moment, da es zum ersten Mal in dieser Form zu Zusammenschlüssen von Arbeiter_innen kam, welche für ihre Rechte und Forderungen demonstrierten. Auf dem Gründungskongress der Zweiten Internationale am 14. Mai 1889 wurde der 1.Mai als ,,Kampftag der Arbeiterbewegung“ proklamiert und wird seitdem mit Massendemonstrationen weltweit zelebriert. Auch heute wird dieser Tag mit dem Widerstand der Arbeiterbewegung für eine friedliche und gerechte Welt assoziiert. Vor allem der drastische Zuwachs an Gewalt und Konflikten im letzten Jahr ist eine Gefahr, der wir mit Sorge entgegentreten. ERSTER MAI 2015 weiterlesen

REDE HALABJA

EINWEIHUNG DES DENKMALS FÜR DIE OPFER DES GIFTGASANSCHLAGS AUF HALABJA IN DEN HAAG

Rede des stellv. Bundesvorsitzenden, Laser Etdöğer:

Sehr verehrte Damen und Herren, werte Gäste, liebe Freund_innen, im Namen des kurdischen Kinder und Jugendverbands KOMCIWAN e.V., möchte ich sie alle recht herzlich an diesem denkwürdigen Tag begrüßen. Zum ersten Mal wird durch seitens eines europäischen Staates, an die Schreckenstat in Halabja 1988, mit einem offiziellem Denkmal, gedacht und so das Vergessen verhindert.

Der Giftgasangriff auf Halabja liegt schon 26 Jahre zurück. Doch die traurigen Bilder dieses dunklen Tages unserer Geschichte, füllen unsere Erinnerungen, als wäre es erst letztes Jahr geschehen. Auf der einen Seite ist es bedauerlich, dass erst viele Jahre vergehen mussten, um ein Denkmal in Europa errichten zu können, doch auf der anderen Seite erfreut es uns umso mehr, dass es zu diesem Tag gekommen ist. REDE HALABJA weiterlesen

JAHRESMOTTO 2015

2015 „Wege in die Freiheit? Grenzenlos Willkommen

Da wir uns schon immer, aber insbesondere seit dem Sommer 2014 aufgrund der aktuellen Situation in Kurdistan und der PEGIDA- Demonstrationen, intensiv mit der Problematik FLUCHT beschäftigen, empfinden wir das genannte Thema als Jahresmotto für 2015 sehr passend.
Um die Verbandsarbeit, gerichtet auf das Jahresmotto, strukturierter zu gestalten, hat die Arbeitsgruppe zum Jahresmotto ein 4A Konzept erstellt. Dieses Konzept teilt die Bearbeitung des Jahresmottos in 4 Phasen ein.
Die erste nun begonnene Phase ist die Aufklärungsphase. Hier seid ihr aufgefordert, auf lokaler Ebene eure Mitglieder zum Thema Flucht aufzuklären und zu sensibilisieren. Wichtig ist die gemeinsame Ausarbeitung der Inhalte. Eurer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

WINTERAKADEMIE 2014

WINTERAKADEMIE

Die diesjährige KOMCIWAN-Winterakademie fand vom 25. – 30.12.2014 in Cuxhaven statt. Auch in diesem Jahr konnten wir uns über reges Interesse mit vielen Teilnehmer_innen aus Deutschland, der Schweiz, Frankreich sowie den Niederlanden erfreuen.Thematisch stand im diesem Jahr neben der kurdischen Kultur vor allem das Thema ,,Flüchtlinge“ im Vordergrund, was vor allem an der aktuellen Situation in Süd- und Westkurdistan liegt. Durch die Präsenz des Islamischen Staates sind zahlreiche Menschen zur Flucht gezwungen. Besonders stark betroffen sind die Jesiden, welche von den Anhängern des IS als ,,Teufelsanbeter“ angesehen und verfolgt werden. Die ist auch ganz im Sinne vom Jahresmotto 2015:
,,Weg in die Freiheit? Grenzenlos willkommen!“

 

Begonnen wurde traditionellerweise mit der Vorstellung des Programms und diversen Spielen zum Kennenlernen.Die folgenden Tage beinhalteten in der ersten Tageshälfte Bildungsseminare zu den Themen ,,Flüchtlingspolitik der EU“, ,,Entwicklung der kurdischen Presse in Nordkurdistan und der Türkei“, ,,kurdische Sprache und Sprachgeschichte“, ,,Antidiskrimierung“ sowie ,,Situation der jesidischen Flüchtlinge“.Das Seminar zur Flüchtlingspolitik wurde von Laser Etdöger, Sozialwissenschaftler und aktueller Bundesvorsitzender KOMCIWANs, gehalten. Inhaltlich standen vor allem die Abkommen und Verträge der EU seit dessen Gründung, welche dieses Thema betreffen, im Vordergrund mit besonderem Fokus auf die letzten 20 Jahre. Dabei setzte er sich auch mit der Politik von FRONTEX sowie den Dublin-Abkommen kritisch auseinander.

Anschließend berichtete Sedat Karakas, der über viel Erfahrung als Journalist verfügt und unter anderem mehrere Jahre als Chefredakteur bei der Azadî-Zeitung in Istanbul tätig war, über verschiedene kurdische Zeitungen und Zeitschriften, welche die kurdische Freiheitsbewegung entscheidend geprägt haben. Weiter wurde auf die Geschichte kurdischer Presse eingegangen sowie die kurdische Presse in Nordkurdistan in ihren zentralen Eigenschaften charakterisiert.

Weysî Amedî, ein Sprachkenner aus Paris, welcher an einer Universität Kurdisch lehrt, referierte am nächsten Tag über die kurdische Sprache sowie Sprachgeschichte. Dabei ging er auf viele Eigenheiten der regionalen Dialekte sowie Mundarten sowie auf viele Fragen des Publikums diesbezüglich ein.

Zum Thema ,,Antidiskriminierung“ wurde von Kathrin König, aktuelle Büroleiterin KOMCIWANs, ein interaktiver Vortrag vorbereitet, in welchem vor allem zwischen Stereotypen und Vorurteilen sowie Diskriminierung differenziert sowie Definitionen für diese Begriffe hergeleitet wurden.

Schließlich hielt Eskerê Boyîk, ein bedeutender kurdischer Dichter und Schriftsteller, einen Vortrag zum Jesidentum. Dabei wurden grundlegende Fakten sowie die Geschichte des Jesidentums beleuchtet sowie auf die Situation der jesidischen Flüchtlinge in Südkurdistan, welche vor einem Genozid durch den IS fürchten müssen, eingegangen.

In der zweiten Tageshälfte erarbeiteten die Teilnehmer in den ihnen zugeteilten Workshops zu den jeweiligen Themen Inhalte, welche dann zum Abschluss am letzten Abend präsentiert wurden. Dabei konnten die zwischen den Workshops ,,Flüchtlingshilfe“, ,,kurdische Sprache“, ,,Govend“, ,,Salsa“ und ,,Mitgliedergewinnung“ wählen.
Die ersten zwei genannten Workshops dienten als Intensivierung der jeweiligen Vorträge und wurden auch von den selben Referenten betreut. Im Workshop ,,Flüchtlingshilfe“ wurden vor allem die Flüchtlingspolitik in Südkurdistan, Italien, Schweden und Griechenland beleuchtet. Der Workshop zur kurdischen Sprache beinhaltete eine intensive Auseinandersetzung mit der Grammatik, Syntax und Schreibweise der kurdischen Sprache.

Im Workshop ,,Govend“ studierte Sedat Karakas, der in diesem Gebiet zu den besten Spezialisten in ganz Deutschland gehört, verschiedene kurdische Volkstänze aus verschiedenen Städten mit den Teilnehmern ein. Der Workshop ,,Salsa“ wurde von Cleyton de Souza, einem erfahrenen Salsa-Lehrer, betreut und beinhaltete einen Einblick in exotische, lateinamerikanische Tänze.

Im Workshop ,,Mitgliedergewinnung“, geleitet von Êvîn Kofli, langjähriges, aktives Mitglied und ehemalige Bundesvorsitzende KOMCIWANs, wurden Strategien für eine effektivere Gewinnung von Mitgliedern für die Vereinsarbeit sowie der Manifestierung einer Willkommenskultur für die Mitglieder entwickelt.

Das Programm wurde durch gemeinschaftliches Singen und Tanzen sowie durch zahlreiche Spiele in den Abenden komplettiert, in denen die Teilnehmer sich besser kennenlernen und ihrer Kreativität freien Lauf lassen konnten.

Schlussendlich können die Teilnehmer auf eine gelungene Winterakademie zurückblicken, auf der sie viel dazu gelernt, viele Bekanntschaften gemacht haben sowie viel mitnehmen.